Auf zum Bundeswehrdepot

Seit dem ich Rad fahre, kenne ich Orte in meiner Umgebung, die mir vorher völlig unbekannt waren.

Einer dieser Orte ist das Bundeswehrdepot, das oberhalb von Wehrheim liegt. Ich bin der festen Überzeugung, jeder Radsportler kennt diesen Ort. Es ist quasi die Area 51 der Wetterau. Keine Ahnung was die Bundeswehr dort treibt, von außen sieht es verlassen aus, aber das ist bestimmt nur ein Trick. Aber während das Bundeswehrdepot den Verschwörungstheoretikern eine Möglichkeit gibt ihre Ideen zu spinnen, lieben die Radsportler den Anstieg zum Depot. Ein ca. 10Minuten Anstieg auf einer asphaltierten Strasse ohne offiziellen Strassenverkehr ist ideal für Kraftausdauereinheiten. Und genau die hat mir Carlos heute in das Tagebuch geschrieben.

Aber ich bin diesmal nicht alleine, wir haben vor einiger Zeit Nachwuchs im Verein bekommen und heute möchte ich die erste Einheit mit dem neuen Mitglied absolvieren. Der „Neue“, wie ihn Claudi nennt, hat den Winter nahezu komplett auf der Rolle verbracht und spielt seine Leistung runter. Und ich De… falle drauf rein. Ich fahre als vermeintlichen Leistungsausgleich auf Matilda (mit Stollenreifen), während der „Neue“ auf dem TT strampelt. Auf dem Weg zum Depot geht es vorbei am Palace (deshalb nenne ich diesen Teil der Strecke auch Puffrunde) und ich merke jetzt schon, das könnte heute eng werden.

Nach 55 Minuten sind wir unterhalb des Depots und wir starten gemeinsam die Intervalle. Bergauf ist Matilda kein Nachteil und zu zweit sind die Intervalle doch kurzweilig, zudem lerne ich den „Neuen“ dabei näher kennen. So weit so gut, aber jetzt beginnt der Weg des Leidens. Oder sollte ich besser sagen: Das Training.

Wir haben 2h auf der Uhr und ich will es auf 3,5 ausdehnen, der „Neue“ strebt sogar 4-4,5h an. Wir fahren bei inzwischen traumhaftem Wetter Richtung Niederrossbach und ich versuche längst möglich im Windschatten zu bleiben. Aber eine Unachtsamkeit und ich stehe im Wind und muss abreißen lassen. Zum Glück erst kurz vor Wöllstadt. Auf der alten Ironman-Strecke kommt der Wind frontal und im Windschatten läuft es eigentlich ganz gut, solange der „Neue“ nicht in die Aeroposition geht.

Memo an mich selbst, immer voll „bewaffnet“ auf die erste Ausfahrt mit einem unbekannten Trainingspartner gehen!

3,5h stehen bei mir zu Hause auf der Uhr, der „Neue“ ist auf der Hühnerbergrunde um die 4,5h voll zu bekommen und ich fertig für heute.

Zur Belohnung geht es auf den schönsten Wochenmarkt der Welt und zu Hause gibt es natürlich KÄSEKUCHEN!!!!!

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Keep calm & geht nicht mit einem Messer zu einer Schießerei!
Euer Orange Hat

Ein Gedanke zu „Auf zum Bundeswehrdepot“

  1. Gut, dass der Neue sich bei Dir eingeklinkt hat… so sind wir nun davor gewarnt ihn leichtfertig „abzuhaken“… 😉
    Ich dachte mir schon länger, dass er hauptsächlich tief stapelt. 😉

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