Zielsetzung – Realistisch vs. Visionär

Auf meinen letzten Beitrag hat mich ein Kommentar des Maestro zum nachdenken gebracht.

Ich habe meine Ziele veröffentlich und damit offen gelegt, dass ich meine Schwimmleistung auf 1.000m wesentlich verbessern möchte. Mein Ziel ist es die 15 vorne stehen zu haben. Das bedeutet 1:30 – 1:35 pro 100m. Meine aktuelle Leistung liegt aber eher um die 1:40 und das auch erst gegen Ende der Saison. Das sind 10sec Leistungssteigerung oder in Prozent 11%. Wenn ich es auf die 100m Intervalle runter breche sollte ich schon bequem unter 1:25 auf 100m schwimmen können. Und wer mich kennt, weiß, dass kann ich nicht 😉

Also warum setze ich mir ein ambitioniertes Ziel und fange nicht erstmal mit einer Steigerung von 5% an? Um ehrlich zu sein, das Ziel ist eigentlich noch zu defensiv gesetzt. Dazu ein paar Gedanken, die ich gerne zur Diskussion stelle. Die Gedanken sind nicht von mir, sondern gehören zum Standardrepertoire von Motivatitionstrainern usw.

Wenn man sich kleine Ziele setzt wird man versuchen das bestehende zu optimieren. Sprich bei meiner Schwimmleistung bedeutet das bspw. mehr trainieren. So sind kleine Leisterungssteigerungen möglich.

Will ich aber einen Quantensprungen mach muss ich mir erstmal utopische Ziele setzen. Bspw. Ich will 100m unter 1:20 schwimmen können. Das kann ich mit einfachen mehr trainieren nicht erreichen. Um das zu erreichen muss ich etwas wesentlich ändern. Also muss ich alles bisherige hinterfragen und vielleicht sogar ein Schritt zurück machen, bevor ich wieder Richtung Ziel unterwegs bin. Das könnte bei mir beispielsweise bedeuten, ich mache erstmal spezifisches Krafttraining und erst wenn ich die Basis gelegt habe, versuche ich meine Schwimmleistung zu steigern. Das kann bedeuten, dass ich in der Saison 2017/2018 sogar schlechter bin als bisher, aber in der darauf folgenden Saison habe ich die Basis gelegt um den einen wesentlichen Schritt zu machen.

Das „unangenehme“ an diesen utopischen Zielen ist, sie offenbaren, dass man bereit sein muss der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Es erfordert Konsequenz  über einen langen Zeitraum. Und da fängt das Problem für mich als berufstätigen an. Am Ende ist es nur ein Sport und ich verdiene nicht mein Geld damit, das heißt ganz spaßbefreit sollte das Training nicht sein. Und sein wir ehrlich, es ist schön besser zu werden, auch wenn es nur kleine Schritte sind. Dümpelt man ein Jahr hinter seinen bisherigen Leistung hinterher, geht die Motivation ziemlich runter.

Was bedeutet das für meine Zielsetzung. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin ist das Ziel 15 Minuten auf 1000m zu erreichen noch nicht utopisch, aber mehr als eine normale Steigerung. Allein das geht nur wenn ich etwas wesentliches verändere. Und genau das werde ich mit erfahrenen Menschen wie dem Maestro und Carlos besprechen.

In dem Sinne
Keep calm & carry on
Orange Hat

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